Zwei Wochen im Marzipanland – mein Praktikum bei Moll

Mein Name ist Aynisa Rende, ich bin 15 Jahre alt und im Januar 2019 fand mein erstes zweiwöchiges Schülerpraktikum statt – und es hätte nicht besser sein können! Auf Grund meiner positiven Erfahrungen möchte ich gerne die Erinnerungen an mein erstes Praktikum, welches über ADO-LIONS zu Stande kam,  bei Marzipan Moll dokumentieren.

Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich mir nie vorgestellt, mein Praktikum in einer Marzipanfirma zu absolvieren. Noch vor einem Jahr war ich fest davon überzeugt, die zwei Wochen in einer Anwaltskanzlei oder einem Landesgericht zu verbringen, da ich ein starkes Interesse für Jura hegte. Doch Interessen ändern sich und als ich merkte, dass mein Interesse an Jura nachliess, war ich leicht verzweifelt, da ich mein Praktikum in einem Betrieb absolvieren wollte, der mich auch inhaltlich interessierte. Doch nun wusste ich eigentlich gar nicht mehr, worin diese Interessen bestanden.

Es folgten viele Online-Berufsfindungstests und Gespräche mit Bekannten über verschiedenste Branchen. Ich kam zu zwei Schlüssen: Erstens, dass ich ein ordnender und verwaltender Typ war, was auf eine Management-Tätigkeit hinwies, und zweitens, dass ich mich damit abfinden muss, vielleicht irgendwann auch diese Erkenntnis in Frage stellen und mich wieder neu definieren müsste. Doch was ich damit in Bezug auf meine Praktikumssuche anfangen sollte, wusste ich trotzdem nicht. Da ich an einem 1:1 Mentoring-Projekt des LION-CLUBS teilnehme (ADO-LIONS), hatte ich dann das große Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Von Jura zum Marzipan

Mitte September trafen meine Mentorin Luise Köcher und ich uns im Unionhilfswerk Neukölln, um uns auf die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz für mich zu machen. Doch überall bekamen wir nur Absagen. Durch Zufall bekam eine Projektleiterin beim Unionhilfswerk von meiner Praktikumssuche Wind und bot mir ihre Hilfe an. Sie zählte mir einige Kontakte auf, die vielleicht für mich in Frage kämenn, meinte aber dann, dass ich bei der Firma Moll Marzipan gut aufgehoben sei.

Ich war etwas aufgeregt, da ich zum ersten Mal eine Bewerbung abschickte. Und als ich dann vom Betrieb eine Zusage zu einem Vorstellungsgespräch bekam, wurde diese Aufregung größer. Bei einem ersten Gespräch erfuhr ich, dass ich in acht verschiedene Abteilungen des Betriebs reinschnuppern dürfte. Das war eigentlich schon mehr als ich erwartet hatte. Ich freute mich bereits und konnte kaum noch abwarten, dass es endlich losging.

Mehr als nur Prozesse

Im Januar stand mir der erste Tag meines Praktikums bevor. Ich sollte die Abteilungen in der Reihenfolge besichtigen würde, in welcher auch die Informationen die Abteilungen passieren. Das war sehr aufregend, da ich davor überhaupt keine Ahnung von den Abläufen in einer Firma hatte. Es war wie eine Mini-Ausbildung in nur zwei Wochen. So wusste ich gleich, welche Abteilung für was zuständig war. Am meisten geholfen haben mir die Gespräche mit den Mitarbeitern. Sie haben mir gezeigt, dass es nicht den einen Weg zum Ziel gibt und mir dadurch die Angst vor einer unberechenbaren Zukunft genommen.

Im Großen und Ganzen hat mir mein Praktikum sehr gut gefallen. Mitgenommen habe ich nicht nur das Wissen darüber, was alles (gleichzeitig) in einer Firma passiert oder die Erkenntnis, dass mir Marzipan doch schmecken kann. Was mir mehr bedeutet sind all die Tipps, die ich bezüglich meiner Berufsorientierung bekommen habe – und das Augenöffnen in Hinblick auf all die Möglichkeiten zum Gestalten meiner Zukunft.

Viele Wege führen nach Rom

Ich sehe jetzt nicht mehr nur einen graden Weg, der durchs Abi, Studium und dann zum Beruf führt. Ich sehe jetzt auch die Abzweigungen, die man wählen kann. Und ich denke, diese Erkenntnisse haben sich positiv auf mich ausgewirkt: Ich versuche jetzt weniger, die Zukunft krampfhaft vorauszuplanen, sondern auf alles flexibler zu reagieren. Genau deswegen bin ich für die Möglichkeit, dieses Praktikum erlebt haben zu dürfen, außerordentlich dankbar.

Ich danke ein weiteres Mal Herr Dr. Seitz, dem Geschäftsführer der Firma, und Frau Sabine Niels, meiner persönlichen Vermittlerin vom Unionhilfswerk. Ich weiß diese Erfahrung wirklich sehr zu schätzen! Ich habe mehr bekommen, als ich erwartet hatte.