Sara & J.: eine Hürdenspringer-Erfolgsgeschichte

Sara lernten wir im März 2014 kennen. Als Schülerin einer Neuköllner Willkommensklasse stattete sie gemeinsam mit ihrer lehrerin und anderen Schüler*innen einen Besuch bei Hürdenspringer ab, um das Angebot kennen zu lernen. Bemerkenswert war, dass sie mit großer Selbstverständlichkeit unterstützte, Gespräche und Informationen ins Rumänische zu übersetzen.

Unmittelbar nach Vorstellung des Mentoringprojekts erlebten wir Sara in besonderem Maße interessiert und bereit, über Unterricht und Schule hinausgehend, an ihrer persönlichen Entwicklung zu arbeiten und den Übergang ins berufliche Leben aktiv zu gestalten.

Ohne Plan sehr zielstrebig

Ohne schon genaue Vorstellungen von ihrer (beruflichen) Zukunft zu haben, war sie sehr schnell deutlich entschieden, sich außerschulisch und zusätzlich Unterstützung zu holen und dafür persönliche Freizeit einzusetzen. An der Einstiegsqualifizierung für das Mentoring nahm sie regelmäßig und zuverlässig teil. Dabei arbeitete sie verlässlich, ideenreich und in der Gruppe Verantwortung übernehmend.

Die Treffen mit ihrer Mentorin, J., nimmt Sara von Beginn an sehr ernst, ist pünktlich, zuverlässig und interessiert; an den formulierten Zielen arbeitet sie konzentriert und mit großer Ernsthaftigkeit. Die Verbesserung im Deutschen, Arbeit an schulischen Themen und die Vorbereitungen auf ihren Schulabschluss standen ebenso auf der Tagesordnung, wie Ausflüge zu Zielen in Berlin. Bald schon schob sich eine andere Aufgabe in den Fokus des „Tandems“- Sara bewarb sich mit großer Unterstützung ihrer Mentorin, Stipendiatin der Start-Stiftung zu werden. Das aufwendige Bewerbungsverfahren meisterten Sara und ihre Mentorin bravourös.

Als Schülerstipendiatin kommt Sara nicht nur in den Genuss, Notebook und  Drucker ihr eigen nennen zu dürfen- ein eigenes Konto zur Verwaltung des monatlich eingehenden Bildungsgeldes der Stiftung ist heute für sie ebenso selbstverständlich, wie die Nutzung von BVG-Monatsticket und Bahncard. Diese benötigt sie nicht zuletzt, um zu den regelmäßig stattfindenden Seminaren im Rahmen des Stipendiatenprogramms zu gelangen, die sie z.B.  nach Dresden oder Leipzig führen.

Auf dem Weg zum Abitur

War Sara von Beginn an fokussiert und ehrgeizig, so kann man ihre Entwicklung seitdem nur als atemberaubend bezeichnen: Sara „ging durch die Decke“ sagen wir häufig, wenn wir von ihr sprechen. Mittlerweile hat sie die 12. Klasse absolviert und möchte im kommenden Jahr ihr Abitur machen. Wäre sie diesen Weg auch ohne Mentoring und Hürdenspringer gegangen? „Niemals hätte ich davon träumen können!“, sagt sie selbst.

Für die (inzwischen ehemalige)  Mentorin und die Mitarbeiter*innen des Projekts ist es ein großes Glück, Jugendliche wie Sara ein Stück ihres Weges begleiten zu dürfen. Wie sagte doch der schwedische Integrationsminister anlässlich eines Projektbesuchs einst? „Ihr, die ihr an diesem Projekt so erfolgreich teilnehmt- ihr werdet eines Tages diesen Stadtteil verändern.“ Sara wird ihren Teil dazu beitragen.