Mohammad – Hoffen auf ein Happy-End

Über einen Hürdenspringer Neukölln-Kooperationspartner und einen Freund  kam Mohammad im Winter 2017 mit dem Wunsch in unser Projektbüro, seinen von ihm als schwierig empfundenen Weg der (beruflichen) Integration in Deutschland mit Unterstützung eines Mentors/ einer Mentorin zu begleiten.

Während der Zeit bis zu den nächsten Vorbereitungs-Modulen für Mentees des Projekts brachte er sich immer wieder mit kurzen Besuchen und Nachfragen im Projektbüro in Erinnerung und unterstrich damit seinen dringenden Wunsch, Aufnahme ins Projekt zu finden. Sehr rasch nach dem ersten Treffen mit seiner Mentorin, Magda, wurde deutlich, dass der Unterstützungsbedarf möglicherweise das Maß dessen, was eine Freiwillige leisten kann, überschreiten könnte.

Neben den „üblichen“ Inhalten wie Kennenlernen, Deutsch lernen, Schulbesuch stützen, Türen in die Mehrheitsgesellschaft öffnen, Ausbildungsplatz finden u.v.m. machte Mohammad seine prekäre Aufenthaltssituation zunehmend Angst und beschäftigte ihn ganz erheblich. Bereits als Fünfjähriger hate er die afghanische Heimat verlassen, an die er daher kaum noch Erinnerungen besaß. Seit er zudem in einer Unterkunft erlebte, wie ein Mann nachts von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen wurde, um abgeschoben zu werden, lässt ihm die Angst, gleiches erleben zu müssen, keine Ruhe.

Die Vorstellung, als Angehöriger einer in Afghanistan in besonderem Maße Diskriminierung ausgesetzter Minderheit, in ein ihm fremdes Land ohne jegliche familiäre Anbindung abgeschoben zu werden, macht ihm so große Angst, dass er die Nächte häufig nicht in seiner Unterkunft verbringt. Auch seine Mentorin treibt der Gedanke um, dass alle unterstützenden Bemühungen um Ausbildung und Ausbildungsduldung eventuell umsonst sein könnten, Das macht sie verzweifelt und wütend.

Hoffnung jedoch gibt es immer noch: Mohammad gilt bei dem Bildungsträger, wo er die Sprachschule besucht als außerordentlich verlässlich. In der vergangenen Woche schloss der Bildungsträger in Kooperation mit einem Handelsunternehmen mit Mohammad einen Vertrag für die Ausbildung zum Verkäufer. Nun liegt es in den Händen der deutschen Ausländerbehörde, ob Mohammad die Ausbildung antreten darf.