Finales GO! – Nach drei Jahren kommt das Projekt nun zum Ende

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne – und jedem Finale die schöne Möglichkeit der Rückschau! In drei Jahren Projektlaufzeit hat GO! nicht nur Jugendlichen Perspektiven aufgezeigt, es hat Menschen ins Projekt geholt, die ihm ein Gesicht verliehen und dem Projektnamen alle Ehre gemacht haben: „Los“ hieß es Anfang 2016 für 12 Mentorinnen und Mentees, heute blickt das Projekt auf 40 Tandems zurück.

Wie aus geflüchteten Jugendlichen junge selbstbewusste Erwachsene werden, das erzählt am besten die Geschichte der achtzehnjährigen Sarah: Aus Syrien geflüchtet, besuchte Sarah zunächst eine Willkommensklasse an der Neuköllner Kooperationsschule des Projekts. Im Mai 2017 lernte sie ihre Mentorin kennen, mit der sie regelmäßig in den Projekträumen Deutsch übte. Auch Ausflüge wie ein sommerlicher Besuch verschiedener Berliner Kirchen standen bei ihrer Mentorin auf dem Programm.

Beeindruckt zeigte sich Sarah insbesondere vom Berliner Dom – und beide genossen sicherlich die Abkühlung, die dieser unterwegs spendete. Sarahs Mentorin kam zu den Tandemtreffen fast wöchentlich aus dem Berliner Westen nach Neukölln. Es sei schön, durch ihre Mentee Sarah ein wenig der muslimischen Kultur nähergekommen zu sein, sagt sie.

Ein echtes Erfolgszeugnis

Nach den Sommerferien 2017 konnte Sarah bereits in die reguläre neunte Klasse wechseln – es folgten viele Monate des Deutschübens mit ihrer Mentorin. Zum Schuljahresende 2018 dann hielt Sarah nach nur einem Jahr Regelklasse das beste Zeugnis ihrer Klasse in den Händen. Sarah platzt fast vor Freude, als sie ihrer Mentorin davon berichtet – und nicht nur die, auch ihre Eltern sind voller Stolz. Um derlei Chancen und beeindruckende Entwicklungsmöglichkeiten zu ermöglichen, haben seit dem Projektstart im Oktober 2015 40 Mentorinnen und Mentoren an einer 20-stündigen Einstiegsqualifizierung zur Vorbereitung auf ein Mentorat teilgenommen.

Einige Mentees fanden mithilfe der Erwachsenen einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz, zumindest aber einen Schulplatz, um den Schulabschluss machen zu können. Auch bei der Wohnungssuche griffen die freiwillig Engagierten unter die Arme – und öfters wurde eine Mentorin oder ein Mentor zum Dank mit einem köstlichen Abendessen umsorgt. Ergebnisse der Mentoring-Beziehungen sind gesteigertes Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit der Jugendlichen und ein vertrautes Gefühl mit Berlin.

Vielen Dank

Nun läuft das Projekt zum 30. September 2018 aus. Darum hält GO! beim Abschiedsfest am 5. September Rückshau und sagt Danke für die große Bereicherung des Projekts durch alle, die daran beteiligt waren.