BBR-MSA-tatütata (Frei nach den Fanta4) – Ab wann ist man Berliner?

Integration braucht auch Zeit. Das ist eine Wahrheit, die Mentor*innen und ihre geflüchteten Mentees täglich erleben. Einige unserer Mentees sind bereits seit 2015/2016 Bürger der Stadt und können somit durchaus als echte Berliner gelten: Sie haben Berliner Schulabschlüsse geschafft oder sind nach Sprachschule, Willkommensklasse, Berufsqualifizierenden Lehrgängen (BQL), erweiterter Berufsbildungsreife (eBBR) und Integrierter Berufsausbildungsvorbereitung (IBA) nunmehr mittendrin in den Vorbereitungen auf den Mittleren Schulabschluss (MSA).

Wie sieht das konkret aus? Schauen wir uns R. an: Aus Afghanistan geflüchtet, seit 2017 Hürdenspringer-Mentee, ist es sein Ziel im Sommer den MSA zu schaffen, um danach eine Ausbildung beginnen zu können. Auch wenn er in den Prüffächern Mathe und Englisch bereits in Afghanistan unterreichtet wurde, bedarf es neben dem Schulbesuch im Oberstufenzentrum (OSZ) zusätzlicher Anstrengungen bei der Vorbereitung. Erfreulicherweise gelang es bei Hürdenspringer, zwei ehemalige Mentoren aus dem Schüler-Mentoring zu gewinnen, den jungen Mann jeweils einmal wöchentlich mit MSA-Vorbereitung zu unterstützen.

Dienstags Englisch, mittwochs Mathe – und das zusätzlich zu seinen Treffen mit dem Mentor und einem  Schwimmkurs: ein umfangreiches Wochenprogramm. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Bedingungen an den OSZ nicht unbedingt die besten sind: Stundenausfälle sind hier leider keine Seltenheit. Zudem muss praktisch ohne Lehrbücher gelernt werden. Insofern hoffen natürlich alle, dass die Bemühungen von R. und dem Netzwerk aus Unterstützer*innen letzten Endes durch erfolgreich absolvierte Prüfungen gekrönt werden.

*Der Schwimmkurs wurde von den Berliner Bäder-Betriebe speziell für geflüchtete Männer eingerichtet. Aktuell nehmen insgesamt vier Mentees von Hürdenspringer Neukölln daran teil.